Espelkamp – Über die Gemeinde

Geschichtlicher Hintergrund

Die Stadt Espelkamp wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Zufluchtsort für viele Vertriebene. Der erste Kirchen-Neubau in der Stadt war 1952 die katholische Kirche. Anfangs, als Pfarrvikarie, trug sie den Namen Liebfrauengemeinde. Erst seit 1977, zur Pfarrei  erhoben, heißt sie St. Marien, nach Maria, der Mutter Jesu. Patronatsfest  ist der 15. August. Den Kern der Gemeinde bildeten Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Später kamen Spätaussiedler aus Oberschlesien und aus der ehemaligen Sowjetunion dazu. Um mehr Platz zu schaffen, wurde die Kirche 1976/77 erweitert. Zur Gemeinde St. Marien gehören die Stadt Espelkamp mit den eingemeindeten Dörfern  Isenstedt, Frotheim, Gestringen, Benkhausen,  Fabbenstedt, Fiestel, Alt-Espelkamp, Schmalge und Vehlage auf ca. 85 qkm.  Die Zahl der Gemeindeglieder beträgt zurzeit 2.227 (Stand: Mai 2016).

 

„In God we stand“ –„mit Gott bestehen wir“

Gottesdienstordnung des Weltgebetstags – von Frauen aus Vanuatu ausgearbeitet

Espelkamp. Wie in jedem Jahr fand auch 2021 der Weltgebetstag in vielen Ländern dieser Erde am ersten Freitag im März statt. Viele Gemeinden wählten neue Wege, den Weltgebetstag zu begehen. Ein Team von acht Frauen aus verschiedenen christlichen Gemeinden Espelkamps beschlossen, den Gottesdienst in veränderter Form, aber zum üblichen Termin durchzuführen. Die Vorbereitung fand in Videokonferenzen statt. Die Gottesdienstordnung war von christlichen Frauen aus Vanuatu, einem Inselstaat im Südpazifik, ausgearbeitet worden. Wie kein anderes Land der Erde wird Vanuatu von Umweltkatastrophen bedroht. Ein anderes großes Problem in diesem Inselreich ist die Gewalt gegen Frauen. Laut Verfassung gilt in Vanuatu die Gleichberechtigung der Geschlechter – die Realität sieht anders aus.
„Worauf bauen wir?“ fragen die Frauen und finden eine Antwort in Psalm 127
Wenn Gott das Haus nicht baut, so mühen sich vergeblich, die daran bauen.
Wenn Gott die Stadt nicht behütet, wachen vergeblich, die sie behüten und dem Schluss der Bergpredigt Mt 7, 24-27.
Am letzten Freitag wurde mit nur wenigen Besuchern und Besucherinnen ein Präsenzgottesdienst unter Beachtung aller Coronavorschriften in der katholischen Kirche St. Marien gefeiert. Es gab auch die Möglichkeit, den Gottesdienst per Livestream mitzufeiern. Auf einige traditionelle und lieb gewordene Aktionen musste man in diesem Jahr verzichten: Es gab keine Begrüßungsbändchen, kein gemeinsames Singen, keinen Kollektengang, kein gemeinsames landestypisches Essen, keine Gespräche am Tisch.Aber es gab: Eindrucksvolle Texte und Bilder, u.a. zu dem Titelbild von Julietta Pita zum Zyklon Pam, welches durch eine intensive Betrachtung seiner einzelnen Elemente gewürdigt wurde, berührende Lieder und Melodien von der CD oder auf dem Akkordeon gespielt, gemeinsame Gebete, die den Teilnehmenden das Gefühl gaben, mit den Gemeinden weltweit im Innersten verbunden zu sein.
Am Ende des Gottesdienstes gab es für jede und jeden Blumenzwiebeln. Die aus den Zwiebeln wachsenden Blumen sollen an den Gottesdienst und die Botschaft der Frauen aus Vanuatu erinnern: „Geh und bau dein Haus auf Jesu Wort!

Das Frauen-Team in der katholischen Kirche St. Marien in Espelkamp:
Elisabeth Kozak (v. l.), Agathe Faludi, Anna Ott, Marlies Meyer, Uschi Tiburski und Monika Kersting.