Rahden – Über die Gemeinde

Geschichtlicher Hintergrund

65 Jahre Katholische St. Michaels-Kirche in Rahden (2015)

„Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden!
1. Buch Mose 28 Vers 22

In diesem Jahr kann die Katholische Kirchengemeinde in Rahden auf das 65-jährige Jubiläum der Errichtung der St. Michaels-Kirche zurückblicken. Am zweiten Adventssonntag, dem 10. Dezember 1950, wurde das Gotteshaus in der flächenmäßig größten Diasporagemeinde des Erzbistums Paderborn eingeweiht. Die feierliche Benediktion erfolgte durch Domkapitular Schmidt aus Bielefeld. Die Anfänge der Kirchengemeinde reichen bis ins Jahr 1892 zurück. Die erste Heilige Messe wurde am Michaelstag 1892 gefeiert. Im Haus der Familie Hoppe wurde eine Kapelle eingeweiht, in welcher die Gottesdienste stattfanden. Im Jahre 1927 gab es vier katholische Familien in Rahden, die seelsorglich von Lübbecke betreut wurden. Durch die zahlreichen Kriegsflüchtlinge aus den Ostprovinzen stieg die Anzahl der Katholiken stark an, sodass die Gottesdienste in der evangelischen St. Johannis-Kirche stattfinden mussten. Im Jahre 1948 wohnten im Bereich Rahden 1.800 Katholiken, die mit Kurator Bruno Christ einen eigenen Seelsorger bekamen. Weihbischof Baumann sorgte dafür, dass Rahden eine eigene Kirche mit Pfarrhaus bekam. Am 13. August 1950 wurde der Grundstein durch den Geistlichen Rat Mertens aus Lübbecke gelegt und der Kirchenbau dem Schutze des Erzengels Michael anvertraut. In nur einem knappen halben Jahr war die Kirche fertiggestellt. Die Geldmittel für den Bau der Kirche kamen durch Spenden der Patengemeinde in Bochum-Gerthe zusammen. Die Gemeinde hatte im Krieg ein Gelübde abgelegt, in der Diaspora eine Kirche zu errichten, falls ihre Kirche und ihr Krankenhaus von Bombenangriffen verschont blieben. Da diese kaum Schäden erlitten, stellten sie auf Wunsch von Weihbischof Baumann die Gelder für den Bau der Rahdener Kirche zur Verfügung.

Am 1.1.1952 wurde die bisherige Kuratie Rahden durch Erzbischöfliches Dekret zur Pfarrvikarie erhoben. Der erste Pfarrvikar Bruno Christ verließ Rahden am 01.09.1953. Sein Nachfolger wurde Pfarrvikar Georg Hesse, der bis 1967 für die die Seelsorge in Rahden zuständig war. Zum Pfingstfest des Jahres 1955 erklang zum ersten Mal festliches Glockengeläut in der Kirche in Rahden. Die zwei aus Briloner Sonderbronze gegossenen Glocken wurden am 26.05.1955 angeliefert und am Donnerstag vor Pfingsten geweiht.


Die „b“-Glocke, mit einem Durchmesser von 0,90 m und einem Gewicht von 366 kg, trägt die Inschrift: Sancte Michael + Ora Pro Nobis + 1955 – Die Kirche dir anbefohlen ist, unser Schutz- und Schirmherr bist.Die Inschrift der „des“-Glocke, mit einem Durchmesser von 0,75 m und einem Gewicht von 215 kg, lautet: Sancte Maria + Ora Pro Nobis + 1955 – Maria, hilf der Christenheit, zeig deine Hilf uns allezeit

Am 08.10.1955 wurde die St. Michaels-Kirche in Rahden durch Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger konsekriert. Der Erzbischof wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Kirche von nun an wahrhaftig ein Haus Gottes sei, in dem die ganze Gemeinde sich um den Altar scharen möge, um mit Christus eine unzertrennliche Einheit zu bilden. Von 1967 bis 1987 war Pater Stefan Wiedenhaus OFM Pfarrvikar in Rahden. 1969 wurden der Hochaltar und die Kommunionbänke aus dem Altarraum entfernt und ein hölzerner Altar bekam seinen Platz im vorderen Altarraum. Am 15.03.1987 nahm Pater Stefan Wiedenhaus Abschied von Rahden. Er verstarb am 13.05.1987 nach schwerer Krankheit in Werne und wurde auf dem Friedhof des Franziskaner-Klosters in Bardel beigesetzt. Im folgten als Seelsorger in Rahden von 1987 bis 1991 Pfarrvikar Paul Chmielecki und von 1991 bis 1995 Pfarrvikar Czeslaw Plonka.

1995 kam Pfarrvikar Rudolf Mysliwiec als neuer Seelsorger nach Rahden. In seiner 13-jährigen Tätigkeit in Rahden und Stemwede wurden viele Projekte geplant und umgesetzt. So wurde im Jahre 1998 die Kirche umfangreich saniert und der Altarraum neu gestaltet. Auf der Nordwestseite wurde ein Fenster mit dem Bildnis des Erzengels Michael eingebaut. Das Taufbecken, der Ambo und der Altar, alle aus anthrazitfarbenen Anröchter Dolomit, wurden am 24.02.1999 von dem damaligen Weihbischof von Paderborn und heutigen Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, feierlich geweiht. Er sagte in seiner Predigt: „Der Altar ist wie ein leerer, wartender Thron. Darauf nimmt Christus Platz, um seine Gaben weiter zu reichen.“ Der Ambo wurde von Friedel Kaps und das St.-Michaelsfenster von den Familien Kochmann, Kaps, Assmann und Adam gespendet. Im Jahre 2000 feierte die Kirchengemeinde St. Michael mit einem festlichen Hochamt und anschließender Begegnung im Gemeindehaus das 50-jährige Jubiläum der Kirche in Rahden. 2008 wurde der Kirchturm renoviert und dass Dach der Kirche und des Pfarrhauses neu eingedeckt. Zudem erhielt das gesamte Gebäude einen Neuanstrich. Im Jahre 2012 erfolgte aufgrund des Einzuges von Pfarrer Röttger eine Komplettsanierung des Pfarrhauses sowie von Kellerräumen.

Wir wünschen uns, dass unter dem Schutz des Erzengels Michael unsere kleine Kirche auch weiterhin ein Ort der Begegnung mit Christus bleibt und ein Mittelpunkt für unsere Gemeinde.

Torsten Fischer St. Michael, Rahden (2015)

Weihnachten 2016 Rahden Fotos

Sternsingeraktion 2016/17 Rahden

Sternsinger sammeln 3.770 Euro für Kinder in Not. 18 Kinder als Heilige Drei Könige in Rahden und Stemwede unterwegs.

Mit einer neuen Rekordsumme wurde nun in der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael in Rahden die diesjährige Sternsingeraktion beendet. Die Kinder und Organisatoren freuten sich über einen Spendenbetrag von 3.770 Euro. Wie die drei Weisen aus dem Morgenland eine lange Reise auf sich genommen hatten und dem Stern nach Bethlehem gefolgt waren, so machten sich auch Kinder und Jugendliche mit ihren Helfern auf den Weg, um in Rahden und Stemwede Spenden für notleidende Kinder in Kenia und weltweit zu sammeln. Mit einem goldenen Stern voran klopften sie zwischen den Weihnachtsfeiertagen an die Türen von Familien, Seniorenheimen und Geschäften, um nach alter christlicher Tradition den Segen Gottes für das neue Jahr in die Häuser zu tragen. Mit ihren farbenprächtigen Gewändern, bunten Umhängen und prunkvollen Turbanen wurden sie von den Gemeindemitgliedern schon sehnlichst erwartet und herzlich aufgenommen. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ schrieben sie als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar den Segenspruch „20-C+M+B-17“ an die Haus- und Wohnungstüren und sorgten für strahlende Gesichter. Das ist die Abkürzung für den lateinischen Satz „Christus mansionem benedicat“ und bedeutet übersetzt „Christus segne dieses Haus“. Von den 19 Kindern und 12 Helfern wurden an den zwei Tagen 450 Haushalte besucht und rund 700 Kilometer zurückgelegt. Die katholischen Gemeindemitglieder und auch zahlreiche evangelische Familien bedankten sich für den königlichen Besuch mit einer Spende.

Pater Subhash Ullattil hatte am zweiten Weihnachtstag die Mädchen und Jungen mit geweihter Kreide ausgesandt und freute sich nun beim Dankgottesdienst in der St.-Michaels-Kirche über die hohe Spendensumme. „Ich danke den Sternsingern ganz herzlich für ihren Einsatz und ihre Engagement. Ihr habt den Menschen den Segen Gottes und die Botschaft des Herrn in die Häuser gebracht. Danke, dass ihr Zeit und Energie aufgebracht habt, um Kindern in Not zu helfen“ fand Subhash lobende Worte für die Teilnehmer der Dreikönigsaktion. Auch Organisator Bernhard Nolte war mit der diesjährigen Aktion sehr zufrieden. „Wir haben in diesem Jahr die höchste Spendensumme erreicht, seitdem die Sternsingeraktion in Rahden und Stemwede durchgeführt wird“ freute sich Nolte über die nochmalige Steigerung des Geldbetrages zum Vorjahr.

Das Leitwort der 59. Aktion Dreikönigsingen hieß „Segen bringen, Segen sein – Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ 1959 wurde die Kampange erstmals gestartet und ist inzwischen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bei der zurückliegenden Aktion im letzten Jahr konnten bundesweit mehr als 46,2 Millionen Euro gesammelt werden und über 1.500 Projekte für notleidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. Mit ihrem Motto machten die Sternsinger überall in Deutschland auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. In weiten Teilen der Welt leiden Menschen unter den Veränderungen der klimatischen Bedingungen, die in manchen Regionen Kenias, dem Beispielland der Aktion, für eine extreme Trockenheit sorgen. Ausbleibender Regen entzieht den Menschen dort ihre Lebensgrundlagen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck würdigten das Engagement der Sternsinger und dankten für ihren Einsatz. „Ihr seid jung, aber ihr bewegt schon viel. Ihr seid fröhlich und hoffnungsvoll, aber mit einer sehr ernsten und klaren Botschaft.“ sprach die Regierungschefin den Dank an 300.000 Sternsinger bundesweit aus.

„Ihr zieht überall durch die Welt eine ganz helle Spur der Freundlichkeit, der Zuneigung und der Nächstenliebe. Eine Spur, die praktisch um die ganze Erde geht“ dankte auch Gauck den Sternsingern.

Als Sternsinger waren in Rahden und Stemwede unterwegs: David und Karolina Heck, Maxim und Miquel Kifa, Alexander und Josefine Giesbrecht, Christina Peis, Viktoria und Josefine Kasdorf, Selina Schäll, Florian und Philipp Diener, Jeremia Reifenscheid, Lukas und Sophia Vogelsang, Nina Engel, Emily Merdian, Jette Haremsa und Mia Jäkel.

Stemwede, 13.01.2017 _ Fotos und Bericht: Torsten Fischer